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Extremwetterereignisse und Naturkatastrophen – Absicherung wird unerlässlich!

thunderstorm-7398529 Bernhard Jaeck, Pixabay

29.01.2024

Wetterextreme wie Stürme, Hagel, durch Starkregen bedingte Überschwemmungen und massive Trockenheit haben im Jahr 2023 in Österreich enorme Schäden verursacht. Erste Schätzungen belaufen sich auf eine Schadenssumme von über einer Milliarde Euro. Rund zweihundert Mal wurde von der GeoSphere Austria die höchste Warnstufe für eine Gemeinde ausgegeben, und für das Jahr 2024 erwartet die Versicherungswirtschaft weitere Rekordschadenszahlen. Experten vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und dem österreichischen Versicherungsverband VVO fordern dringend Präventionsmaßnahmen und zusätzlich eine gesamtstaatliche Lösung zur Risikoabsicherung, um Schäden besser ausbalancieren zu können.

Prävention gegen Naturgefahren wird in Zeiten des Klimawandels immer wichtiger
Überschwemmungen im Dezember, außergewöhnliche Stürme und Trockenheit. Rekordbrechende Ereignisse wie zum Beispiel die hohen Temperaturen im vergangenen Jahr werden mehr und mehr zur neuen Normalität. Es muss daher ein schnelleres gesellschaftspolitisches Umdenken geben, denn Extremwetterereignisse und Naturkatastrophen führen zu hohen ökologischen und volkswirtschaftlichen Schäden.

Bevölkerung nicht richtig auf Bevorstehendes vorbereitet
Vielfach ist die Bevölkerung nicht oder nicht richtig auf die bevorstehenden Risiken vorbereitet, zeigen die Daten des aktuellen Naturgefahrenmonitors 2023, der seit dem Jahr 2013 vom KFV durchgeführt wird. Alleine bei der Lebensmittelbevorratung könnte ein Großteil der Bevölkerung in Österreich nur ein bis drei Tage ohne Fremdunterstützung durchhalten.

Die meisten Menschen fürchten sich vor Starkregen
Die Sorge vor Starkregen rangiert in der Befragung unter den Katastrophenszenarien in mehreren Bundesländern an der Spitze (Steiermark, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg), während in der Großstadt Wien (Stichwort Hitzeinseln) und im ebenfalls eher flacheren Burgenland die Furcht vor Hitzewellen dominiert.

Für die Ereignisse Sturm, Starkregen und Starkschneefall gab die GeoSphere Austria im vergangenen Jahr 187 Mal eine rote und 12.291 Mal eine orange Warnung für eine Gemeinde Österreichs aus. Insgesamt gab es 2023 somit 12.478 Warnungen der zwei höchsten Warnstufen. Dazu kamen 18.399 Warnungen der zwei höchsten Warnstufen vor heftigen Gewitterzellen (18.389 Orange, 10 Rot). Fast jede Gemeinde Österreichs war zumindest ein Mal von einer Wetterwarnung betroffen.

VVO präsentiert Modell für leistbare Prämien bei höheren Deckungssummen
Während in Österreich für die Naturgefahren Hagel und Sturm nahezu Volldeckung und damit ein sehr guter Versicherungsschutz existiert, besteht laut VVO für die Risiken Starkregen, Hochwasser, Vermurungen und Erdbeben eine Unterversicherung. Weiters führt die unterschiedliche Risikowahrnehmung in den Bundesländern dazu, dass sich jemand, der in einem Risikogebiet für eine bestimmte Naturgefahr wohnt, genau für dieses Risiko mit einer möglichst hohen Deckungssumme absichern will. Um aber diese unterschiedlichen Risiken in den Bundesländern ausbalancieren zu können, braucht es laut VVO eine gesamtstaatliche Lösung durch den Gesetzgeber. Denn derzeit ist es für die Versicherer unmöglich, die notwendige große Solidargemeinschaft zusammenzubringen. Nötig sind daher Rahmenbedingungen, wie sie beispielsweise das belgische Modell einer Verknüpfung mit der Feuerversicherung bietet: die Naturgefahrendeckung ist darin automatisch enthalten. Da die meisten Menschen in Österreich über eine Haushalts- bzw. Eigenheimversicherung verfügen, wäre somit eine Pflichtversicherung nicht notwendig. Die Koppelung der Katastrophenrisiken an die Feuerversicherung würde genügen, um über den dadurch erzielten Risikoausgleich deutlich höhere Deckungssummen bei gleichzeitig leistbaren Prämien zu ermöglichen.

Globale Vorreiterrolle von Österreich im Präventions- und Versicherungsbereich
Daten des Schweizer Rückversicherers Swiss Re zeigen, dass weltweit nur 40 Prozent der Katastrophenschäden versichert sind. In den vergangenen zehn Jahren lagen die durchschnittlichen wirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen weltweit bei 223 Milliarden US-Dollar pro Jahr, davon waren nur 89 Milliarden US-Dollar versichert. Bei den Stürmen und Überschwemmungen im Mai 2023, von denen Österreich, Italien, Bosnien-Herzegowina und Kroatien betroffenen waren, lagen die Gesamtschäden laut dem deutschen Rückversicherer Munich Re bei rund zehn Milliarden US-Dollar. Durch Versicherungen waren davon mit 1,1 Milliarden Dollar nur rund elf Prozent gedeckt. Ähnlich unbefriedigend – nämlich bei knapp zehn Prozent – lagen die Quoten bei den Überschwemmungen Anfang August 2023, von denen Österreich, Slowenien, Kroatien und Deutschland betroffen waren. Die Gesamtschäden lagen bei 5,2 Milliarden Dollar, davon waren aber nur 0,5 Milliarden Dollar durch Versicherungen gedeckt.

Prävention und richtiges Verhalten im Katastrophenfall

Wissen ist Macht

  • Erkundigen Sie sich bei Ihrer Heimatgemeinde, ob es Evakuierungspläne gibt.
  • Verfolgen Sie in den Medien regelmäßig die Wetterprognosen, um über bevorstehende Unwetterwarnungen rechtzeitig Bescheid zu wissen.
  • Schalten Sie im Notfall Radio oder TV ein bzw. beobachten Sie die Nachrichtenlage regelmäßig via Internet.

Lebensmittel und Batterien

  • Idealerweise sollten Sie immer einen Vorrat an Wasser in Flaschen und haltbare Nahrungsmittel wie Konserven im Haus haben, um rund 14 Tage überbrücken zu können. Fast alle in Dosen konservierten Lebensmittel wie Bohnen, Linsen, Mais, Karotten können notfalls auch roh verzehrt werden.
  • Sorgen Sie für einen ausreichenden Vorrat an Batterien für Ihr Radio.
  • Erstellen Sie analoge und digitale Kopien von wichtigen Dokumenten oder persönlichen Erinnerungsfotos und speichern Sie diese im Internet ab, falls die Originale im Katastrophenfall vernichtet werden. Bewahren Sie die Originale in einer wasserdichten Hülle auf.

Richtiges Verhalten bei Erdbeben

  • Versuchen Sie nicht das Gebäude zu verlassen, die größte Gefahr stellen herabfallende Gegenstände oder Fassadenteile dar. Ein Totalkollaps eines normgerecht errichteten Gebäudes ist in Österreich extrem unwahrscheinlich.
  • Halten Sie sich von Regalen, Spiegeln, Bildern, Fenstern und anderen Gegenständen fern, die auf Sie herabfallen oder bersten könnten.
  • Wenn Sie sich in einem Gebäude befinden, sollten Sie Schutz im Türstock oder unter einem stabilen Tisch suchen und in die Hocke gehen mit dem Gesicht weg von Fenstern.
  • Rechnen Sie immer auch mit Nachbeben.

Richtiges Verhalten bei Hochwasser

  • Suchen Sie Schutz in den höher gelegenen Bereichen von Gebäuden.
  • Halten Sie sich nicht in Kellerbereichen auf. Türen können durch den Wasserdruck nicht mehr geöffnet werden und Sie sitzen in der Falle.
  • Schließen Sie die Fenster und lassen Sie die Rollläden herunter.

Leben retten im Notfall

  • Erste-Hilfe-Kurse sollten regelmäßig aufgefrischt werden.
  • Eine ausreichend bestückte Hausapotheke und ein Erste-Hilfe-Kasten sollten in keinem Haushalt fehlen.

 

Quelle: Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs VVO, PI vom 18. Jänner 2024
Die vollständige Aussendung finden Sie hier:
VVO PI Extremwetter_18.01.2024
VVO PI Extremwetter Grafik Bundesländer_18.01.2024

 

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