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Straucheln und Stolpern – oftmals Ursache für tödlich endende Unfälle

slip-up-709045 auf Pixabay

01.09.2023

Die Zahl der Unfall-Toten stieg im Jahr 2022 in Österreich auf ein 28-Jahreshoch: 3.099 Menschen sind bei Unfällen getötet worden, wie die aktuellen Auswertungen der KFV-Unfallbilanz 2022 zeigen. Das ist der höchste Wert seit 1994, als 3.250 Personen tödlich verunglückt sind. Ein hoher Anteil der Unfalltoten entfällt auf die Altersgruppe 65+ Jahre. Hier verstarben in den vergangenen Jahren besonders viele Menschen an den Folgen eines Sturzunfalles in den eigenen vier Wänden.

Straucheln und Stolpern: Bereits ein Viertel aller tödlichen Stürze passiert zu Hause
Beachtlich ist die Zahl der verstorbenen Menschen nach einem Sturz: Bei Stürzen sind im Jahr 2022 in Österreich 1.006 Menschen ums Leben gekommen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von zwölf Prozent und im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019 (also der Vor-Corona-Ära) ein Plus von 14 Prozent.
Von Sturzunfällen sind ältere Menschen besonders häufig betroffen, wobei bei Männern die Gefahr für tödliche Stürze bereits ab 50 Jahren deutlich zu steigen beginnt, bei Frauen etwas später. Zudem ereignet sich bereits mehr als ein Viertel aller tödlichen Stürze zu Hause. Hauptgründe sind Straucheln, Stolpern und Ausgleiten, gefolgt von Unfällen auf Stufen und Treppen.

Unfallverhütungsmaßnahmen in den eigenen vier Wänden
Bei Unfällen im Haushalt wurden 306.000 Personen verletzt, fast 220.000 davon aufgrund von Sturzunfällen. Die Sturzprävention zu Hause wird aufgrund der Alterung der Gesellschaft immer dringender. Parallel zu den Vorsichtsmaßnahmen ist es aber vor allem für ältere Personen auch sehr wichtig, körperlich aktiv zu bleiben.

Tipps zur Minimierung von Sturzunfällen

  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität trägt zur Erhaltung der Muskelkraft und des Gleichgewichts bei und reduziert damit das Sturzrisiko.
  • Augenuntersuchung: Regelmäßige Augenuntersuchungen sind wichtig, um Sehprobleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Klare Sicht trägt maßgeblich dazu bei, Hindernisse und potenzielle Stolperfallen zu erkennen.
  • Medikamente-Nebenwirkungen: Manche Medikamente können Schwindel oder Benommenheit verursachen und somit das Sturzrisiko erhöhen. Bei Anzeichen von Nebenwirkungen sollte medizinischer Rat eingeholt werden.
  • Festes Schuhwerk: feste (Haus-)Schuhe reduzieren das Sturzrisiko deutlich und sind daher gerade für die ältere Generation sehr empfehlenswert.
  • Rutschfeste Beläge: Bodenbeläge und Treppenstufen sollten aus rutschfestem Material sein.
  • Genügend Licht, Lichtsensoren: Beim nächtlichen Gang zur Toilette können Bewegungsmelder die Sicherheit spürbar erhöhen, das mühsame Suchen nach dem Lichtschalter muss nicht sein. Stärkere Glühbirnen machen den Lebensraum sicherer, bei Bedarf sollten zusätzliche Leuchten montiert werden. Auch schlecht beleuchtete Hauseingänge sind gefährliche Stolperfallen, ebenso sollten Stiegen gut zu sehen sein, und auch dunkle Gänge erhöhen das Sturzrisiko.
  • Ausrutschgefahr minimieren: Verschüttete Flüssigkeiten und Materialien sofort und vollständig entfernen!
  • Stolperfallen beseitigen: Oft sind es kleine Nachlässigkeiten, aber diese führen zu gefährlichen Situationen. Stiegen (z.B. Flaschen auf der Kellertreppe), Flure (z.B. Altpapier zum Wegbringen, aufgespannter Schirm) und Gehwege sind keine Abstellräume, diese sind unbedingt von allen Gegenständen freizuhalten! In Wohnräumen sollten lose Teppiche, Kabel, ungesicherte Teppichkanten, aufstehende Teppichecken, herumliegende Spielsachen der Enkel oder der Katze... weggeräumt werden.
  • Türschwellen: Die Böden sollten nach Möglichkeit in allen Räumen die gleiche Höhe aufweisen, denn Türschwellen sind echte Stolperfallen. Oft ist deren komplette Entfernung möglich, und der Luftzug kann durch eine andere Lösung abgedichtet werden. Wenn es nicht anders geht, Schwellen mit einem auffallenden Klebeband kennzeichnen. Besonders gefährlich sind auch erhöhte Tritte bei Balkon- oder Terassentüren.
  • Hilfsmittel nutzen: Stabile und genügend lange Handläufe an Treppen, Haltegriffe im Sanitärbereich in der Dusche, neben der Badewanne und der Toilette erhöhen die Sicherheit. Rutschhemmende Matten in jeder Dusche und Wanne ebenfalls.
    Bei Bedarf sollten Gehhilfen wie Gehstöcke oder Rollatoren verwendet werden, um das Gleichgewicht zu unterstützen und die Mobilität zu verbessern.
  • Bequemlichkeit gibt Sicherheit: Häufig genutzte Dinge in Reichweite und wenn möglich auf Augenhöhe verstauen, damit wird unnötiges Bücken vermieden. Auch das gibt Sicherheit!
  • Nur die Ruhe: Keine Hektik, wenn das Telefon oder die Haustürglocke klingelt. Stress und Hektik führen oft zu erhöhtem Sturzrisiko.
  • Vitamin D und Calcium: Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Calcium kann, falls notwendig und medizinisch verordnet, die Knochengesundheit fördern und das Risiko von Knochenbrüchen bei Stürzen reduzieren.
  • Wetterbericht: Besondere Vorsicht ist bei regnerischem oder eisigem Wetter geboten, wenn Wege rutschig oder vereist sind. Auch Hitzetage oder wechselhaftes Wetter können die Tagesverfassung beeinträchtigen und das Sturzrisiko erhöhen.
     

Quelle: Kuratorium für Verkehrssicherheit, Presseaussendung 17. August 2023, 1_PA_KFV_Mehrjahreshoch_bei_toedlichen_Unfaellen; ergänzende eigene Recherche

 

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